Der Berater kommt ins Wohnzimmer

Die Bank in der Hosentasche: Neu sind Apps von Geldinstituten nicht, die es Kunden ermöglichen, Geschäfte via Smartphone immer und überall zu erledigen, etwa die Miete aus dem Spanien-Urlaub zu überweisen. Immer mehr Menschen nutzen derlei Service – und immer mehr Banken bieten ihn an und bauen ihn aus. Auch die Sparkasse Münsterland Ost: Sie erweitert in Kürze mit dem Push-Tan-Verfahren die mobilen Möglichkeiten. Und sie will noch mehr: Das Geldinstitut ergänzt sein Online-Banking-Angebot. „Videoberatung“ lautet dabei das Zauberwort.

Eines sei klar, sagte Sparkassen-Vorstandsmitglied Klaus Richter: „Jede Bank ist im Netz.“ Wodurch sich die Sparkasse Münsterland Ost hier künftig unterscheidet? „Wir stellen den Berater ins Netz.“ Keinen virtuellen, sondern „Persönlichkeiten mit Gesicht“, die – wie in den rund 70 Präsenzfilialen – zu ihren Kunden „Beziehungen aufbauen“ und langfristig „Vertrauen schaffen“ sollen.

Sechs Berater gehörten derzeit zu dem Team, das in der Zentrale an der Weseler Straße sitzt und dort auch von Kunden besucht werden kann. Zehn weitere Kräfte arbeiteten im Hintergrund, etwa im Kunden-Chat. Erreichbar seien die Mitarbeiter werktags von 8 bis 18 Uhr. Ein halbes Jahr lang sei diese neue Art der Internet-Filiale namens „Sparkasse Direkt“ mit 5000 Kunden getestet worden, erklärte Bereichsleiter Thorsten Zucht. Mit Erfolg: „Wir haben gute Erfahrungen gesammelt.“

Durch dieses Instrument will das Geldinstitut die Vorteile der persönlichen Beratung mit mehr Flexibilität für den Kunden verbinden – ob diese sich aus Bequemlichkeitsgründen im heimischen Wohnzimmer oder wegen der räumlichen Distanz im Urlaub beraten lassen wollen. Thematisch sei das zu allen Themen und Produkten möglich, von der Altersvorsorge bis zur Kapitalanlage.

Gerade mit dem persönlichen Ansatz sieht sich die Sparkasse bei der Video-Beratung durchaus als Vorreiter, sagte Richter. Er ist ebenso wie Thorsten Zucht überzeugt, dass das Konzept Zukunft hat. Auf lange Sicht, blickt Richter in die Zukunft, könnte dieser virtuelle Weg zu jedem Berater in jeder Filiale ausgebaut werden – vorausgesetzt, die Nachfrage sei vorhanden.

Die ist schon im klassischen Online-Geschäft kräftig gewachsen: 120 000 der rund 400 000 Kunden nutzten inzwischen Online-Banking. Vor vier Jahren seien es nur 87 000 gewesen. Gut 30 000 Online-Banking-Nutzer tätigen Geschäfte heute auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets.

Quellen:

http://www.wn.de/Muenster/2106815-Sparkasse-eroeffnet-Internet-Filiale-mit-Video-Chat-Der-Berater-kommt-ins-Wohnzimmer


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