Experten fordern Abschaffung von Bargeld, Bürger zahlen weiterhin gerne in bar

Experten treten für eine Abschaffung des Bargeldes ein. Der Verzicht auf Bargeld soll viele Vorteile bringen. Bundesbürger zahlen weiterhin gerne mit Bargeld. Deutsche Wirtschaftsweise Bofinger fordern die Abschaffung des Bargeldes. Heutige technische Möglichkeiten machten das Bargeld schlicht unnötig.

Argumente für und wider das Bargeld

Mit dem Ende des Bargeldes ließe sich Drogenhandel und Schwarzarbeit austrocknen, so die Befürworter einer Abschaffung des Bargelds. Ein Großteil der im Umlauf befindlichen Geldscheine, wie z.B. 500 € - Scheine, würden sowieso nicht für den täglichen Zahlungsverkehr gebraucht und seien damit unnötig. Auch hygienische Gründen werden für die Abschaffung des Bargeldes aufgeführt. Durch den händischen Zahlungsverkehr in Geschäften würden Keime und andere Krankheitserreger besonders einfach übertragen.

Dem gegenüber stünden einfache Handhabbarkeit, Kosteneffizienz und einfache Kostenkontrolle von Bargeld gegenüber.

Deutsche setzen weiter auf Bargeld

In Deutschland werden immer noch 80 Prozent (Stand 2014) aller Umsätze im Handel in bar bezahlt. Auch die Bundesbank möchte bisher keine Restriktionen in der Bargeldhaltung sehen. „Restriktionen der Bargeldhaltung, wie sie vor diesem Hintergrund vereinzelt diskutiert werden, lehnt die Bundesbank ab“, so der Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Thiele sieht den weiteren Gebrauch des Bargelds durch die Kosteneffiziens und gute Handhabbarkeit gerechtfertigt. “Bargeld ist (…) nicht nur unter Kostengesichtspunkten positiv zu bewerten; die Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen am Bargeld auch die Möglichkeit zur Ausgabenkontrolle, das einfache Handling oder den Schutz der Privatsphäre. Daher wird Bargeld auch zukünftig eine wichtige Rolle im Zahlungsmittelportfolio spielen”

Bargeld und bargeldlose Bezahlverfahren bestehen vorerst weiter nebeneinander

Trotz der Vorbehalte vieler Bundesbürger am bargeldlosen Bezahlen betreiben mittlerweile über 40% Prozent der Deutschen Online-Banking und tätigen somit einen nicht unerheblichen Teil ihrer Geldgeschäfte digital. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 43,7 % aller Einzelhandelsumsätze mit Karte abgewickelt. Der Einzelhandelsverband HDE teilte mit das auch weiterhin „auf breiter Basis die Bezahlung mit Banknoten und Münzen akzeptieren“ werde.

Quellen:

http://www.focus.de/finanzen/banken/ich-brauche-kein-bargeld-von-wegen-drogenhandel-und-korruption-kommentar_id_6462023.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bargeld-abschaffen-bundesbank-blockt-bofinger-plaene-ab-a-1036532.html

http://02elf.net/headlines/national-headlines/bargeld-bleibt-des-deutschen-liebstes-zahlungsmittel-958600

http://www.mz-web.de/wirtschaft/skepsis-in-deutschland-daenemark-verabschiedet-sich-vom-bargeld,20642182,30725568.html#plx1484677490


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